22. Minisymposium am 15.05.2008

Laune der Natur oder Hexerei? Zur Wahrnehmung, Deutung und Bewältigung von Unwettern im Alpenraum (15./16. Jahrhundert)

Vortrag: Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Christian Rohr M.A.S. 
Interdisziplinäres Zentrum für Mittelalterstudien, Universität Salzburg.

Der deutsche Hexenforscher Wolfgang Behringer stellte Ende der 1990er-Jahre erstmals die kontroversiell aufgenommene These auf, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Zunahme von Prozessen wegen Hexerei und dem ersten Tiefpunkt der so genannten "Kleinen Eiszeit" in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu beobachten sei. Die meisten seiner Studien und auch die anderer WissenschafterInnen konzentrierten sich freilich rein auf das 16. und frühe 17. Jahrhundert. In meiner Habilitationsschrift (gedruckt unter dem Titel "Extreme Naturereignisse im Ostalpenraum. Naturerfahrung im Spätmittelalter und am Beginn der Neuzeit") wurde hingegen bewusst die "Epochengrenze" um 1500 vernachlässigt. Durch den langen Untersuchungszeitraum 1200-1600 konnten signifikante Kontinuitäten und Brüche, aber auch regionale Unterschiede im Umgang mit extremen Witterungserscheinungen wie Hagel und Gewitter herausgearbeitet und in einen allgemeinen mentalitätsgeschichtlichen Kontext integriert werden. Die untersuchten Beispiele stammen vornehmlich aus Nord- und Südtirol, aus dem Land Salzburg sowie aus dem österreichischen Donauraum.

Zur Person

Place / Ort: IFF, Schottenfeldgasse 29, 1070 Wien, 4. Stock, Seminarraum 4c
Time / Zeit: Donnerstag, 15. Mai 2008, 18:00 - 20:00 Uhr