23. Minisymposium am 19.06.2008

Ansichtenforschung und Umweltgeschichte

Vortrag: Dr. Ralph Andraschek-Holzer
Niederösterreichische Landesbibliothek

Definiert man Umweltgeschichte auch als Wahrnehmungsgeschichte, sieht man sich bald einem Quellenproblem gegenüber. Nun existieren verschiedene präsumtive Quellensorten, deren Auswahl wie Auswertung jedoch Schwierigkeiten bereitet. In erster Linie sind es wohl Bilder, in welchen sich ein unmittelbarer sensualer Zugang zu wahrgenommener Umwelt niederschlägt.

"Reine" Landschaftsbilder sind indes zu oft Inventionen oder zu sehr symbolbeladen, als dass sie für perzeptionsgeschichtliche Interessen nutzbar zu machen wären. Hier könnte die Ansichtenforschung einen Beitrag leisten, indem sie die ihr zur Verfügung stehenden Ortsbilder auch abseits von kunstgeschichtlichen Fragen zur Interpretation aufbereitet: Wohl am besten geeignet sind topographische Ansichten, in welchen Architektur und Natur gleichermaßen wiedergegeben werden.

Der Vortrag versucht, einen Bogen zwischen Frühbarock und Biedermeier zu spannen, um konkrete Abbildungsstrategien und damit in Wechselwirkung stehende "Wahrnehmungsfiguren" zu erforschen. Unter Beachtung quellenkritischer Aspekte werden Kompositionstypen definiert, aus deren Tradierung bzw. Negierung mögliche Trends in der Perzeption von Umwelt erschlossen werden können.

Place / Ort: IFF, Schottenfeldgasse 29, 1070 Wien, 4. Stock, Seminarraum 4c
Time / Zeit: Donnerstag, 19. Juni 2008, 18:00 - 20:00 Uhr