87. Minisymposium, 20.6.2018


Holzartenauswahl – verlorenes Wissen!?

Präsentation:
Dr. Michael Grabner
Institut für Holztechnologie und Nachwachsende Rohstoffe, Universität für Bodenkultur Wien

Moderation:
Univ.-Prof. Ing. Dr.phil. Verena Winiwarter
Zentrum für Umweltgeschichte, Institut für Soziale Ökologie, WISO Department, Universität für Bodenkultur Wien

Holz war und ist ein elementarer Naturrohstoff – selbst heute steigt der jährliche Bedarf weltweit noch immer. Die Nutzung von Holz hat aber auch eine ausgeprägte kulturhistorische Dimension mit großer zeitlicher Tiefe. So gehört Holz seit über 400.000 Jahren – seit der archäologisch belegten Verwendung von Werkzeugen und Brennholz – zu den wichtigsten Rohstoffen, die die Menschheit begleitet haben.

In der Vergangenheit wurden die unterschiedlichsten Holzarten immer ihren Eigenschaften entsprechend eingesetzt. So wird z.B. berichtet, dass in einem Bauernhaus in Böhmen 27 verschiedene Holzarten anzutreffen waren. Das Wissen um die Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten auch von heute selten genutzten Holzarten wurde in manchen Publikationen – beginnend im 17. Jhdt. – zum Teil aufgezeichnet. Ungefähr ab der Mitte des 20. Jhdts. werden in der Literatur nur noch die wichtigsten Nutz- und Handelshölzer beschrieben bzw. werden auch außereuropäische Handelshölzer inkludiert.

Bei Holzartenbestimmungen in österreichischen Museen konnten wir 48 heimische Holzarten nachweisen. D.h. mehr als doppelt so viele als man heute im Handel finden kann. Unter diesen 48 Holzarten finden sich viele Sträucher und Kleinbäume wie z.B. die Kornelkirsche. Untersuchungen der historischen Literatur bestätigten die Bedeutung dieser heute nicht mehr genutzten Holzarten. Bei diversen Prüfungen dieser Holzarten zeigte sich, warum sie verwendet wurden – sie weisen großteils hervorragende Eigenschaften wie z.B. Festigkeit auf.

Place / Ort: Universität für Bodenkultur Wien | Standort Schottenfeldgasse 29, 1070 Wien
Time / Zeit: Mittwoch, 20. Juni 2018, 18:15 - 20:00 Uhr

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